Aphrodisias

Aphrodisias war bereits zur neolithischen Zeit besiedelt, also ca. 8000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Die Siedlung wurde in der Kreide-Bronze-Kupfer und in der Eisenzeit weiterentwickelt. Der Hügel, an den das antike Theater angelehnt ist, beherbergt eine Anhäufung aus diesen Zeiten. Laut dem byzantinischen Historiker Stephanus hiess Aphrodisias früher Lelegonpolis, später Megapolis und nach dem assyrischen König Ninos schliesslich Ninoi. Die Göttin der Liebe kam zu dieser Zeit der assyrischen Herrschaft nach Aphrodisias. Nachdem deren eigene Städte von Medern und Babyloniern zerstört wurden, brachten die Assyrer den Kult der mesopotamischen Liebesgöttin Isthar in diese Region. Durch eine aufgefundene Freske wird diese These belegt. Diese zeigt die sagenumwobene Frau des Königs Ninos in verschiedenen Darstellungen. Die ersten Dokumente über Aphrodisias sind im Buch des Apollonius zu finden, in dem er im 3. Jh. v. Chr. über die Geschichte Kariens berichtet. Im Jahre 82 v. Chr. schickt der römische General Sulla dem Aphrodite Tempel eine Krone aus Gold und eine doppelschneidige Axt als Geschenk. Dies zeigt, dass die Stadt parallel zur römischen Herrschaft in Anatolien an Bedeutung gewann. Der Fund einer Inschrift aus dieser Zeit belegt ebenfalls, dass zwei Aphrodisische Bürger nach Rom zogen, um gegen die Unterdrückung von Asiern durch die römischen Steuereintreiber zu protestieren. Ab 39 v. Chr. erkannte Marcus Antonius die Steuerbefreiung von Aphrodisias und Plarasa, der Nachbarstadt, an. Ab 30 v. Chr. wurde Aphrodisias mit dem Beginn des römischen Reiches unter Augustus eine reiche und wohlhabende Stadt. Während der byzantinischen Zeit hielt sich der Glaube an verschiedene Götter immer noch aufrecht, doch nachdem das Christentum die vollkommene Herrschaft übernommen hatte, wurden viele Denkmäler und Tempel zerstört und die Stadt auf den Namen Stavropolis (Stadt des Kreuzes) umgetauft.