ERZURUM Erzurum ist die größte Stadt Ostanatoliens (Türkei), mit circa 800.000 Einwohnern eine der zehn größten Städte der Türkei. Sie liegt auf einem Hochplateau 1950 Meter über dem Meer. Das Gebiet des heutigen Erzurum war schon im Neolithikum (8000-3500 v. u. Z.) besiedelt und entwickelte sich unter byzantinischer und seldschukischer Herrschaft trotz des rauhen Klimas (acht Monate Winter) und der großen Erdbebengefahr bis zum 15. Jahrhundert zu einer wichtigen Station der Seidenstrasse von Persien zum Schwarzen Meer. Danach verlor die Stadt ihre Stellung durch die zunehmende Bedeutung der Handelsschifffahrt. Stadtmauern und Festung aus dieser Zeit können noch heute besichtigt werden. 1515 wurde die Stadt in das Osmanische Reich eingegliedert. Die Architektur der Stadt macht in der Gesamtheit einen eher modernen Eindruck, da nach einem Erdbeben 1939 ein großer Teil wieder neu aufgebaut werden musste. Trotzdem sind noch genug Beispiele der bewegten Vergangenheit von Erzurum vorhanden. So findet man Moscheen, die im 12. und 13. Jahrhundert von den Seldschuken erbaut wurden und etliche Bauwerke der osmanischen Zeit. Im 19. Jahrhundert wurde Erzurum mehrfach von den Russen besetzt. Nach dem türkischen Unabhängigkeitskampf (bis 1922) fand in Erzurum der erste türkische National-Kongress statt, der eine wichtige Rolle bei der Republikgründung unter Kemal Atatürk spielte. Heute ist Erzurum Provinzhauptstadt, Gouverneurssitz und ein Zentrum des Tourismus. Besonders für alle Arten des Wintersports bietet Erzurum und das sechs Kilometer entfernte Palandöken beste und sichere Schneequalität sowie gute Hotels. |