Kloster Deir az-Zafaran
Etwa 8 km östlich von Mardin liegt der Klosterkomplex inmitten von Wein-, Mandel-, Oliven- und Obstkulturen unterhalb eines 1270m hohen Felsgrats, in den die Räume und Kirchen eingehauen wurden. Der volkstümliche Name „Deyrulzafaran“ soll sich auf die safrangelbe Farbe des Klosters beziehen. Ursprünglich lautete der Name „Mar Hanania“ (Ananiaskloster), die Anlage wird aber auch nach dem hl. Eugenius, dem angeblich ersten Klostergründer im Tur Abdin, bzw. 12000 Märtyrern benannt, die im Klosterbereich begraben sein sollen.
Die frühe Geschichte ist relativ unklar, und so liegt es an der Deutung der schriftlichen Quellen ob man das Jahr 792 als einer Neu- oder Wiedergründung durch Mar Hanania interpretiert. Mit einigen Unterbrechungen war das Kloster von 1207 bis 1923 Sitz des west-syrisch-orthodoxen/jakobitischen Patriarchen von Antiochien. Im Mittelalter und bis weit in die Neuzeit hinein war Deir az-Zafaran das bedeutendste Kloster des Tur Abdin mit einer großen, berühmten Bibliothek, die heute verloren oder teilweise ausgelagert ist. Die einst zahlreichen Mönche verfaßten theologische Bücher, sammelten und kopierten alte Manuskripte. Heute sind die wenigen verbliebenen Mönche bemüht, ein kleines Internat zu unterhalten.