Xanthos

Die Geschichte von Xanthos umspannt nahezu 1800 Jahre und ist geprägt von dem Kampf um Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. In der Antike wohl einzigartig, wiederholten sich hier blutige Katastrophen, der jeweils nahezu alle Bewohner zum Opfer fielen. An der Spitze des Lykischen Bundes und in der römischen Kaiserzeit erlangte die Stadt besondere Bedeutung. Sie wurde 1838 von dem englischen Archäologen Charles Fellows wiederentdeckt - seitdem befinden sich die wertvollsten Funde im Britischen Museum in London.

Der älteste Teil der antiken Stadt, die lykische Akropolis, weist noch die Reste eines kleinen Tempels, eines einem hölzernen Haus nachbildeten Gebäudes und einen Großteil ihrer ursprünglichen Mauer auf. Dominiert wird sie aber von den Fundamenten eines byzantinischen Klosters und der mächtigen, ebenfalls byzantinischen Festungsmauer, die nicht nur ein lykisches Grabmal, sondern auch Teile des Theaters miteinbezieht. Hierher hatten sich die Bewohner in den letzten Jahrhunderten der Stadt zurückgezogen.

Das in den Nordhang des Stadtberges eingelassene römische Theater zeigt in seiner Anlage den bemerkenswerten Respekt vor der Stadtgeschichte. Die älteren lykischen Grabpfeiler wurden nicht abgetragen, sondern bewußt in die Planungen einbezogen. Auch die unterhalb gelegene Agora der Kaiserzeit ließ die an ihren Seiten gelegenen lykischen Monumente unangetastet.

Von den Wohngebieten ist so gut wie nichts erhalten geblieben. Hier finden sich noch die Überreste zweier mittelalterlicher byzantinischer Basiliken und die vor allem im Nordosten gut erhaltene Stadtmauer. Außerhalb liegt eine ausgedehnte lykische Nekropole

Letoon und Patara

Der Letoon genannte heilige Bezirk von Xanthos mit den Tempeln der Leto, Artemis und des Apollon, befindet sich nur 2 km entfernt auf der gegenüberliegenden Seite des weitgehend verlandeten Flusses Xanthos, der heute Koca Çayi genannt wird. Als Flotten- und Handelshafen diente Xanthos die alte, an der Küste gelegene lykische Stadt Patara - rund 10 km entfernt.